Knapp 100 Softwareentwickler:innen und Stadtvisionär:innen entwickelten am 25. und 26. September Prototypen zu der Frage, wie digitale Lösungen Münster lebenswerter machen können. Mit seiner zehnten Auflage feiert der Hackathon für Münster in diesem Jahr ein Jubiläum. Inzwischen ist er eine feste Größe in der deutschen Civic-Tech-Szene.
Mehr als 200 Hacker:innen hatten sich angemeldet – die zweithöchste Zahl in der Geschichte des MÜNSTERHACK. Rund 100 von ihnen konnten schließlich teilnehmen und 32 Stunden lang daran arbeiten, Münster mit technologischen Lösungen noch lebenswerter zu machen. In zwölf Teams entwickelten sie über das Wochenende Prototypen für das smarte Münster von morgen. Den Auftakt bildeten sieben Impulsvorträge, unter anderem zu Open-Source-Hardware, Smart-City-Projekten der Stadt und KI-gestützter Softwareentwicklung. Elf Mentorinnen und Mentoren unterstützten die Teams mit ihrer Expertise in Bereichen wie künstlicher Intelligenz, Data Science und Programmierung.
Beim Abschlussevent in den Räumen der items GmbH überreichte Schirmherr Tilman Fuchs gemeinsam mit Vertretern der Stadtwerke Münster, der viadee Unternehmensberatung und der LVM Versicherung die Preise. Der Oberbürgermeister dankte den Teilnehmenden und allen weiteren Mitwirkenden vor Ort für ihr Engagement. Die Plätze eins bis drei sind mit 500, 300 und 200 Euro dotiert. Über die Platzierungen stimmten die Teilnehmenden und das Publikum ab. Das Siegerteam Münster Money macht den städtischen Haushalt 2026/27 verständlich und zugänglich. Interaktive Diagramme zeigen auch Menschen ohne Fachkenntnisse im Haushaltswesen, wohin das Geld fließt. Der Prototyp mit zahlreichen Informationen zum Haushalt ist bereits online verfügbar auf der Code for Münster Webseite. Eine Planungsfunktion lädt außerdem dazu ein, selbst in die Rolle einer Kämmerin zu schlüpfen und 92 Millionen Euro einzusparen.
Die folgenden Teams wurden ausgezeichnet:
- 1. Platz: Münster Money – Die App verwandelt den Haushalt 2026/27 in interaktive Diagramme und zeigt verständlich, wohin das Geld der Stadt fließt – ganz ohne Kämmerei-Diplom.
- 2. Platz: Münster Pager – Der „persönliche Kiepenkerl“ sorgt dafür, dass Familien, Nachbarschaften und Gruppen in Münster auch ohne Mobilfunknetz erreichbar bleiben, und zeigt im Ernstfall per GPS, wo sich eine Person befindet.
- 3. Platz und Mentorenpreis: dome.ms – „Die IT-Abteilung, die Münster gehört“ ist eine Web-Application-Firewall, die Websites von Vereinen und Unternehmen schützt. Sie wird von Partnern vor Ort betrieben und ist genossenschaftlich organisiert.
Außerdem wurde das Team Stolperstimme aus dem Vorjahr mit dem Nachgeha(c)kt-Preis 2026 ausgezeichnet. Seit 2018 würdigt der Preis eine Idee aus einem früheren Jahrgang, die weiterentwickelt und zum Nutzen der Stadt umgesetzt wurde. Die Anwendung gibt Münsters Stolpersteinen eine Stimme: Nutzerinnen und Nutzer erfahren mehr über die Menschen, an die die Steine erinnern, und können eigene Fragen schriftlich oder mündlich stellen. Die Projektgruppe hat den Prototyp seither weiterentwickelt und getestet. Bei einer technischen, ethischen und didaktischen Evaluation mit Studierenden der Geschichtsdidaktik an der Universität Münster hoben die Teilnehmenden besonders hervor, dass Stolperstimme Unsicherheiten transparent macht und sich auf belegbare Informationen stützt.
Auch nach dem MÜNSTERHACK können sich alle Teams des Jahrgangs 2026 für das „Solution Enabler Programm“ bewerben. Sechs Monate lang erhalten sie weitere Unterstützung von den MÜNSTERHACK-Organisatoren und der Community rund um den Hackathon. Die elfte Ausgabe ist bereits in Planung: Unternehmen, die den MÜNSTERHACK 2027 als Partner unterstützen möchten, können sich ab sofort Kontakt zum Hub Management aufnehmen.
