Wer an Innovationsförderung denkt, stellt sich häufig neue Gebäude, moderne Werkstätten oder die neueste Technologie vor. Doch der eigentliche Mehrwert entsteht oft an einer anderen Stelle: dort, wo Organisationen ihre Kompetenzen bündeln, statt dieselben Angebote parallel aufzubauen. Genau diesen Weg gehen der neue MakerSpace Münster der FH Münster und der Digital Hub münsterLAND.
Die FH Münster und die TAFH Münster GmbH eröffnen unter der Dachmarke des REACH – EUREGIO Start-up Center einen MakerSpace in Münster. Im ehemaligen Bistro der Technologieförderung Münster GmbH, Mendelstraße 11, ist eine offene Werkstatt zum Entwickeln und Gestalten entstanden – ausgestattet mit neuesten 3D-Druckern, großformatigem Lasercutter, CNC-Fräse und allem, was es braucht, um Ideen Wirklichkeit werden zu lassen. Hier können alle Hochschulangehörigen Prototypen entwickeln, sei es für Projekt- und Abschlussarbeiten, Gründungsvorhaben oder einfach, um neue Technologien kennenzulernen und eigene Ideen in die Tat umzusetzen.
Ermöglicht wurde die Einrichtung des MakerSpace durch die Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union im Rahmen des Projektes Start-up-Center.NRW. Lab Manager im MakerSpace, Steffen Schwarz, erklärt das Konzept:
Unser Ziel war nie, einfach einen weiteren MakerSpace in Münster zu schaffen. Wir wollten einen interdisziplinären Raum aufbauen, an dem verschiedene Kompetenzen zusammenkommen und Innovationen gemeinsam entstehen. Die Kooperation mit dem Digital Hub münsterLAND hilft uns dabei enorm: Wir mussten Geräte nicht doppelt anschaffen und vermeiden so parallele Strukturen in Münster.
Steffen Schwarz, Lab Manager vom MakerSpace Münster
Gemeinsam statt doppelt
Auch der Digital Hub münsterLAND ist Teil dieser Entwicklung. Statt eigene Werkstattkapazitäten parallel auszubauen, haben sich beide Partner bewusst für einen gemeinsamen Weg entschieden.
Die Zusammenarbeit zeigt sich ganz konkret: Der Digital Hub stellt dem MakerSpace einen Teil seines bisherigen FabLab-Equipments zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem eine 3-Achs-CNC-Fräse für Holz-, Kunststoff- und Aluminiumbearbeitung, ein SLA-3D-Drucker, eine Platinenfräse sowie weitere Maschinen und Werkzeuge für das Prototyping.
Im Gegenzug nutzt der Digital Hub künftig die Infrastruktur des MakerSpace für eigene Projekte und Veranstaltungen. Das Ergebnis: Die vorhandenen Ressourcen werden gemeinsam genutzt, anstatt parallel aufgebaut zu werden. Mirco Drüen, der im Digital Hub münsterLAND für das FabLab zuständig ist, fasst die Zusammenarbeit zusammen:
Als die Kooperationsidee entstand, war ich sofort begeistert. Sie passt perfekt zu unserer strategischen Ausrichtung, bei der das FabLab von produzierenden hin zu digitalen Technologien wechselt. Zudem schafft dieser Austausch echte Synergien und er stärkt nicht nur unseren Kontakt, sondern das gesamte Ökosystem.
Mirco Drüen, Innovationsscout beim Digital Hub münsterLAND
Jeder macht das, was er am besten kann
Durch die Kooperation entwickeln sich beide Standorte künftig mit unterschiedlichen Schwerpunkten weiter. Während der MakerSpace den Fokus auf schnelles Prototyping setzt, richtet der Digital Hub sein FabLab verstärkt in Richtung digitaler Zukunftstechnologien aus.
Der MakerSpace ist die zentrale Anlaufstelle für Studierende, die ihre Projekte mit modernen Technologien niederschwellig und eigenständig umsetzen möchten – vom Konstruieren und 3D-Druck von Gehäusen bis zur Elektronik-Verdrahtung. Hier entsteht Hardware, und aus ersten Ideen werden greifbare Prototypen.
Der Digital Hub hingegen richtet sich an Unternehmen, die digitale Technologien praktisch erleben und verstehen möchten. In Workshopformaten wie „Tech Inspiration" stehen neue Interaktionsformen im Mittelpunkt und Themenfelder wie Robotik, Künstliche Intelligenz, Virtual Reality sowie Cyber Security werden hautnah vorgestellt.
Damit entstehen keine konkurrierenden Angebote, sondern zwei spezialisierte Orte, die sich gegenseitig ergänzen.
Ein Beispiel für ein starkes Innovationsökosystem
Die Zusammenarbeit zwischen der FH Münster und dem Digital Hub münsterLAND zeigt beispielhaft, wie Innovationsförderung in einer Region funktionieren kann: nicht durch möglichst viele einzelne Angebote, sondern durch Partner, die ihre Kompetenzen bündeln und sich gegenseitig ergänzen.
Der neue MakerSpace Münster ist deshalb nicht nur ein neuer Ort für Prototyping. Er ist ein weiterer Baustein eines wachsenden Innovationsökosystems im Münsterland und ein Beispiel dafür, wie Kooperation dazu beiträgt, Technologien für mehr Menschen zugänglich zu machen.
